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Aktuelles


Orale Tollwut-Immunisierung von Hunden erfolgreich

26.11.2021
Schon seit einigen Jahren unterstützt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Namibia bei der Tollwutbekämpfung. Aktuell arbeitet das Institut vor Ort an dem erstem Feldversuch zur oralen Tollwutimpfung (oral rabies vaccination - ORV) von Hunden. ORV ist eine Methode, die in Europa und Nordamerika erfolgreich zur Bekämpfung der Wildtiertollwut eingesetzt wird und deren Einsatz bei Hunden derzeit sowohl von der WHO als auch von der OIE favorisiert wird. Denn vor allem unter den Hunden breitet sich die zoonotische Viruserkrankung in zahlreichen afrikanischen Ländern schnell aus und stellt dadurch eine erhebliche Bedrohung für die Bevölkerung dar. „Wir sind hier an der vordersten Front der Feldforschung, um dieses neuartige Impfkonzept in Afrika und anderswo zur Anwendung zu bringen. Wir sind zuversichtlich, dass diese Methode einen wichtigen Beitrag zu dem globalen Ziel, die durch Hunde vermittelte menschliche Tollwut bis 2030 zu eliminieren, leisten kann“, sagte der Laborleiter des OIE und Nationalen Referenzlabors für Tollwut des FLI, Dr. Thomas Müller. Für die erfolgreiche Pilotphase in der Oshana- Region wurden die Massenimpfungen von Hunden mit mehr als 1.000 verwendeten Impfköder durchgeführt. Nach ersten Auswertungen der Daten konnten die Forschenden eine sehr hohe Akzeptanz der Köder bei Hunden von mehr als 90 Prozent feststellen. „Das Ergebnis dieses Feldversuchs ist überwältigend. Ich war überrascht, wie einfach es ist, Hunde zu impfen, die mit einer Spritze kaum geimpft werden können. Auch die Akzeptanz dieser Methode durch die Bevölkerung war sehr gut“, so Dr. Nehemia Hedimbi, staatlicher Veterinär und Koordinator des namibischen Tollwutbekämpfungsprogramms. Aufgrund dieser positiven Ergebnisse plant das staatliche Veterinärwesen in Namibia, die orale Immunisierung als komplementäre Maßnahme in das nationale Tollwutbekämpfungsprogramm zu integrieren.

FLI
Vetion Fokusthema: Tollwut

BMEL und BMU werden künftig grün regiert

26.11.2021
Nach mehrwöchigen Verhandlungen haben die Koalitionsparteien SPD, Grüne und FDP am vergangenen Mittwoch (24.11.2021) einen 177 Seiten langen Koalitionsvertrag präsentiert. Die drei Parteien einigten sich darin auf die Einführung einer verpflichtenden Haltungs- und Herkunftskennzeichnung, die auch Transport und Schlachtung umfasst, was vom Deutschen Bauernverband (DBV) sehr begrüßt wird. So soll auch der Umbau der Tierhaltung vorangetrieben werden, doch fehlen noch konkrete Festlegungen, wie dieser finanziert werden kann, lautet die Kritik von Seiten des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM). „Bisher in der Branche und auf Politikebene diskutierte Modelle wie z.B. die Erhebung eine Verbraucherabgabe sind viel zu kurz gesprungen. Was wir brauchen, sind marktwirtschaftliche Ansätze, die mittel- und langfristig dazu in der Lage sind, das Erzeugerpreisniveau deutlich anzuheben“, so der BDM-Vorsitzende Stefan Mann. Auch die Umweltverbände begrüßen mehrheitlich die veröffentlichten Pläne der Koalitionsparteien. Während der NABU große Teile der Landwirtschaftspläne positiv bewertet, mahnt der BUND jedoch an, die Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft auch wirklich in der Agrarpolitik umzusetzen. Neben einer Investitionsförderung nur noch für obere Haltungsstufen, dem Verbot der Anbindehaltung bis spätestens 2032 und einer weiteren Reduzierung von Antibiotika bei landwirtschaftlich genutzten Tieren haben sich die Ampel-Parteien zudem auf eine Beschränkung des Pflanzenschutzes und dem Verbot des umstrittenen Pestizids Glyphosat bis Ende 2023 geeinigt. Inzwischen ist bekannt geworden, dass der frühere Grünenchef Cem Özdemir das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) übernehmen soll. Auch das Bundesumweltministerium (BMU) wird zukünftig in der Hand der Grünen liegen. Kritik erntete der Koalitionsvertrag von den scheidenden Regierungsparteien CDU und CSU. Wie den Äußerungen des agrarpolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, zu entnehmen ist, bekenne sich die Ampel nicht zu den Borchert-Empfehlungen zum Umbau der Nutztierhaltung.

Topagrar
Agrarheute
Topagrar

Tierärzte bieten Unterstützung bei Corona-Impfungen an

25.11.2021
Um die momentan negativen Entwicklungen in der Corona-Pandemie zu stoppen, müssen in den nächsten Monaten dringend Impflücken geschlossen werden. Neben Erst- und Zweitimpfungen müssen auch möglichst rasch Millionen Booster-Impfungen durchgeführt werden. Um Arztpraxen zu entlasten, bietet die Bundestierärztekammer (BTK) an, dass die TierärztInnen in Deutschland ihre KollegInnen bei der Corona- Impfkampagne unterstützen, wie BTK-Präsident Uwe Tiedemann mitteilt. Dafür müsse die Politik aber zunächst offizielle Ausnahmeregelungen beschließen, denn bislang dürfen Veterinärmediziner Menschen keine Spritzen verabreichen. „Wenn die Bundesregierung jedoch die rechtlichen Voraussetzungen dafür schafft und somit Rechtssicherheit gegeben ist, ist die Tierärzteschaft auch bereit, Impfungen durchzuführen", so Tiedemann. In den USA waren Veterinäre bereits im März 2021 in die dortige Impfkampagne eingebunden worden. Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte erst kürzlich im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärt: „Aus meiner Sicht könnte eine zeitlich befristete und auf die Covid- Schutzimpfungen beschränkte Ausnahmegenehmigung für Apotheken mit entsprechend ausgebildetem Personal ein pragmatischer und sinnvoller Weg sein, um die Impfkapazitäten noch einmal aufzustocken."

Topagrar

Hunde können Corona-Virus von anderen Atemwegserregern unterscheiden

25.11.2021
Hunde werden aufgrund ihres besonderen Geruchssinns immer häufiger auch im Bereich der medizinischen Forschung zur Geruchserkennung eingesetzt. Neben infektiösen und nicht- infektiösen Krankheiten sowie verschiedenen Krebsarten können die sensiblen Hundenasen auch Malaria sowie bakterielle und virale Infektionen erkennen. Diese Fähigkeit nutzten Forschende der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) unter der Leitung von Prof. Holger Volk, um Spürhunde so zu trainieren, dass sie Infektionen mit SARS-CoV-2 beim Menschen anhand von Speichelproben identifizieren können. Eine neue Studie eines länderübergreifenden Forscherteams, ebenfalls unter der Leitung der TiHo, konnte zeigen, dass Hunde das Corona-Virus mit hoher Spezifität von 15 anderen viralen Atemwegserregern unterscheiden können. Die Hunde riechen nicht die Viren selbst, sondern flüchtige organische Verbindungen, die bei Stoffwechselvorgängen nach einer Virusinfektion entstehen. Für die Studie wurden Untersuchungen an zwölf Spürhunden in drei verschiedenen Testszenarien vorgenommen. „Es ist bekannt, dass infektiöse Atemwegserkrankungen spezifische flüchtige organische Verbindungen freisetzen können, und diese Studie zeigt, dass Hunde diese einzigartigen Muster flüchtiger organischer Verbindungen von SARS-CoV-2 erkennen können", so Prof. Volk. Dr. Esther Schalke, Oberstabsveterinär und Fachtierärztin für Verhaltenstherapie, Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr, ergänzt: „Diese Studie ist ein weiterer Beweis für das Potenzial, das Spürhunde bei der Bekämpfung der aktuellen Pandemie haben könnten. Es ist schwer vorstellbar, aber die Geruchserkennung von Hunden ist um drei Größenordnungen empfindlicher als die derzeit verfügbaren Geräte." In einem Interview mit Vetion.de hat Prof. Volk verraten, was der mögliche Einsatz von Spürhunden für die Praxis der Pandemie- Bekämpfung und die Rückkehr zur Normalität bedeuten könnte und wie solche Hunde eingesetzt werden könnten.

TiHo Hannover
Interview mit Prof. Holger Volk

Hohe Corona-Infektionsrate bei amerikanischen Hirschen

24.11.2021
Das Corona-Virus kann in Wildtieren überleben und scheint auch nie ganz ausgerottet zu werden. Zu diesem Schluss kamen Forschende aus Iowa (USA), die sich über Monate mit dem Infektionsgeschehen bei Weißwedelhirschen beschäftigt haben. Bei ihren Untersuchungen fanden die WissenschaftlerInnen heraus, dass zeitweise bis zu 80 Prozent der Tiere eine aktive Corona-Infektion hatten, was bedeutet, dass die Hirsche in der Zeit auch ansteckend waren. Dadurch hat sich das Virus schnell ausbreiten können, wie die Forschenden vermuten. Die WissenschaftlerInnen konnten bislang jedoch nicht feststellen, ob die Weißwedelhirsche auch Krankheitssymptome entwickeln. Sie nehmen jedoch an, dass eine komplette Ausrottung des Corona-Virus nach ihren letzten Analysen nahezu unmöglich ist, da es in verschiedenen Wildtieren überleben kann. Zudem sei davon auszugehen, dass sich durch die Übertragung von einer Spezies auf eine andere weitere Mutationen bilden können. Mit ziemlicher Sicherheit lässt sich wohl sagen, dass die Corona- Infektionen der untersuchten Hirsche in Iowa ursprünglich auf den Menschen zurückzuführen ist. Zum Beispiel könnte das Virus durch kontaminiertes Wasser oder Essensreste in den Wildbestand eingetragen worden sein.

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